Neueinstieg

Einstieg in die Kinderkrippe

 Bitte beachten Sie bei der Vormerkung für die Kinderkrippe, dass zwischen Aufnahmetermin des Kindes und Arbeitsbeginn der eingewöhnenden, für das Kind vertrauten, Person idealerweise 4 Wochen Zeit für die Eingewöhnung Ihres Kindes mit dem/der BezugspädagogIn aus der Gruppe Ihres Kindes einzuplanen sind. Da immer ein Kind von einem/einer BezugspädagogIn eingewöhnt wird, vergeben wir die Plätze im April zum zentralen Platzvergabetermin der Stadt München für das kommende Krippenjahr gestaffelt für die Monate September bis Dezember.

Im April/Mai des laufenden Krippenjahres bekommen die neuen Kinder für das im September beginnende Krippenjahr und ihre Familien die Einladung zu einem ersten Besuch in unserer Krippe und ihrer künftigen Krippengruppe. Die KrippenpädagogInnen zeigen Ihnen unsere Einrichtung und beantworten Ihre ersten Fragen. Der mögliche Zeitraum der Eingewöhnung wird notiert.

Im Juni findet unser „Eingewöhnungselternabend“ in den einzelnen Krippengruppen statt. An diesem Termin lernen Sie das Personal ihrer Krippengruppe kennen, bekommen Sie alle notwendigen Informationen und Hinweise zur Eingewöhnung Ihres Kindes, sehen die anderen „künftigen“ Krippeneltern und lernen die Eltern kennen, deren Kinder ihr Kind im nächsten Krippenzeitraum begleiten werden und können sich mit ihnen über bereits gemeisterte Eingewöhnungsphasen austauschen. Heute setzt Ihr/e BezugspädagogIn mit Ihnen den Termin der Eingewöhnung für Ihr Kind fest und lädt Sie zum Eingewöhnungsgespräch, das in der Regel einen Tag vor dem Beginn des Krippenbesuchs stattfindet, ein.

Im Eingewöhnungsgespräch tauschen Sie sich mit dem/der BezugspädagogIn Ihres Kindes über den bevorstehenden Einstieg in die Kinderkrippe aus, geben ihr Informationen über Ihr Kind und erfahren etwas über den Alltag in der Kinderkrippe.

Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Eindruck unseres Konzeptes, das sich an dem „Berliner Eingewöhnungsmodell“, vom Institut für angewandte Sozialforschung (INFANS) orientiert, vermitteln:

 

Die Eingewöhnungsphase in der Kinderkrippe

Die Eingewöhnung in die Kinderkrippe ist eine wichtige Zeit für Ihr Kind und die ganze Familie. Ziel von uns PädagogInnen ist es, einen Rahmen zu bieten, in dem sich Ihr Kind und Sie wohlfühlen, einen Ort zu gestalten, an dem Sie gut ankommen können. Erfahrungsgemäß ist die Anfangszeit sehr ausschlaggebend für das weitere Wohlergehen des Kindes.

Es beschäftigen Sie bestimmt viele Fragen zur Eingewöhnung in der Kinderkrippe. Wir bemühen uns, diese mit diesem Schreiben, dem 1. Besuch und der Führung durch die Einrichtung, dem Eingewöhnungselternabend im Juni, dem Eingewöhnungsgespräch ein bis zwei Wochen vor der Eingewöhnung in die zukünftige Krippengruppe des Kindes und täglichen Gesprächen während der Eingewöhnung und im Krippenalltag zu beantworten.

In der Regel 6 Wochen nach dem Eintritt in die Kinderkrippe findet ein Reflexionsgespräch zur Eingewöhnungszeit mit den Eltern oder einer anderen dem Kind vertrauten Person und dem/der BezugspädagogIn des Kindes statt.

 

Theoretischer Hintergrund:

Bindung ist die besondere Beziehung eines Kindes zu Eltern oder Personen, die es beständig betreuen. Die von intensiven Gefühlen begleitete Nähe zu ausgewählten Bezugspersonen herzustellen, ist ein eigenständiges, menschliches Grundbedürfnis. Nur das Vorhandensein dieser Bindungsperson, die eine so genannte „sichere Basis“ darstellt, ermöglicht es dem Kind, sich offen und neugierig mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen. Durch verlässliche, einfühlsame Unterstützung bei Kummer oder bedrohlichen Situationen erwirbt das Kind das erforderliche Vertrauen in seine soziale Umgebung und Selbstwertgefühl.

Der Aufbau eines Bindungssystems in der Kinderkrippe kann nur durch die Begleitung eines Elternteils oder einer anderen vertrauten Person erfolgreich sein. Ein/e PädagogIn wird von der Kinderkrippe aus die erste Bezugsperson für Ihr Kind sein. Die vertraute Person fungiert solange als „sichere Basis“, die das Kind für sein Wohlbefinden in der neuen Umgebung braucht, bis es die BezugspädagogIn als Vermittler eines Gefühls von Sicherheit, Vertrauen, Unterstützung und Trost akzeptiert.

Für die Eingewöhnung Ihres Kindes wollen wir etwa drei Wochen einplanen, im Einzelfall kann es selbstverständlich länger sein. Wie lange letztlich die Eingewöhnung dauert, zeigt uns Ihr Kind mit seinem Verhalten.

Da wir stets mehrere Kinder in die Gruppen eingewöhnen, müssen wir die Termine und Zeiten der Eingewöhnung staffeln. Dafür notieren wir den  möglichen Zeitraum bei Ihrem ersten Besuch.

Die Besuche für Ihr Kind erfolgen anfangs für eine oder zwei Stunden und zur selben Zeit, damit die Kinder die gleiche Situation vorfinden können.

Ein Beispiel für den möglichen Ablauf einer Eingewöhnung:

1. Woche  
Dienstag10:00 - 11:00 Uhrmit eingewöhnender Person
Mittwoch10:00 - 11:00 Uhrmit eingewöhnender Person
Donnerstag10:00 - 11:00 Uhrmit eingewöhnender Person
Freitag10:00 - 11:00 Uhr1. Trennung 15 Min.
2. Woche  
Montag10:00 - 11:00 Uhr1. Trennung - 15 Min.
Dienstag10:00 - 11:00 Uhr2. Trennung - 30 Min.
Mittwoch10:00 - 11:00 Uhr3. Trennung - 1 Std.
Donnerstag08:45 - 11:00 UhrFrühstück essen mit eingewöhnender Person
Freitag08:45 - 11:00 UhrFrühstück essen mit BezugspädagogIn
3. Woche  
Montag08:45 - 11:00 Uhr
Dienstag08:45 - 12:00 UhrMittagessen mit eingewöhnender Person
Mittwoch08:45- 12:00 UhrMittagessen mit BezugspädagogIn
Donnerstag08:45 - 13:30 Uhr1. Mittagsruhe mit BezugspädagigIn
Freitag08:00 - 13:30 Uhr

Zunächst starten wir mit einer dreitägigen Besuchszeit von jeweils 1 Stunde in Begleitung einer Bezugsperson. Damit ermöglichen wir dem Kind ein angstfreies Kennenlernen der Pädagogen und Kinder, der Räumlichkeiten und Tagesabläufe. Es gewinnt allmählich Vertrauen zu uns als neue Bezugspersonen in seinem Leben. Die Mama/der Papa oder eine andere vertraute Person als sichere Basis im Gruppenraum vermitteln dem Kind in diesen drei Tagen die Sicherheit, die es braucht, um sich auf die vielen neuen Eindrücke einlassen zu können.

Danach erprobt sich das Kind für einen sehr kurzen Zeitraum allein in der Gruppe und bleibt jeden Tag ein bisschen länger ohne Mama/Papa oder die andere vertraute Person in der Gruppe. So steigert sich die Besuchszeit allmählich über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen bis zur endgültigen Buchungszeit.

*die ersten drei Tage Kontaktaufnahme – keine Trennung.

*Die Eltern oder eine andere vertraute Person bilden eine sichere Basis.

*PädagogIn lernt das Kind und die eingewöhnende, für das Kind vertraute Person,    kennen

*Das Vertrauen wird aufgebaut.

*Ab dem 4. Tag findet der erste Trennungsversuch von max. 30 Minuten statt.

*Die Trennung ist am besten kurz nach Ankunft zu machen.

*Trennungszeit ab dem 5. Tag individuell

Montags nie heißt die Devise für alle neuen Aktivitäten im Rahmen der Eingewöhnung. Dies gilt besonders für das Schlafenlegen und das erste Alleinbleiben des Kindes in der neuen Umgebung.

Begründung: Während der Eingewöhnungszeit muss sich das Kind erst an seinen wechselnden Aufenthalt in Elternhaus und Kinderkrippe gewöhnen. Die Erfahrung zeigt, dass es den Kindern besonders schwer fällt, sich am Wochenbeginn wieder in der noch nicht hinreichend vertrauten Umgebung zurechtzufinden, nachdem sie ein Wochenende zu Hause mit den Eltern verbracht haben.

 Dem Kind vertraute Gegenstände, die von zu Hause in die Kindertagesstätte mitgebracht werden (z.B. Schmusetuch, Kuscheltier), können für das Kind besonders während der Trennungsepisode und beim Einschlafen sehr hilfreich sein.

  

Zeichen:

isst oder trinkt bei dem/der PädagogIn

 

lässt sich trösten

 

brabbelt und gibt Laute / Geräusche von sich, spricht

 

braucht die Nähe des/der PädagogIn, zeigt dies durch Arme ausstrecken

 

spielt selbstständig

 

 

wegkriechen von dem/der PädagogIn

 

nicht beruhigen lassen

 

wegdrücken des/der PädagogIn

 

weinen

 

Kind trinkt, schläft und isst nicht

 

Die Eingewöhnungsphase ist abgeschlossen, wenn der/die PädagogIn Ihr Kind im Ernstfall trösten kann. Das muss nicht heißen, dass Ihr Kind nicht mehr weint, wenn Sie sich nach dem Bringen von ihm verabschieden. Wenn das Kind weint, wenn Sie gehen wollen, so drückt es damit aus, dass es Sie lieber in der KiTa dabei hätte, und das ist sein gutes Recht. Wenn Sie gegangen sind, wird sich jedoch Ihr Kind nach Abschluss der Eingewöhnungszeit von dem/der PädagogIn beruhigen lassen.

Bedenken Sie, dass auch bei einer gut verlaufenden Eingewöhnungszeit Ihr Kind all seine Kraft und sein Können braucht, um sich mit den neuen Verhältnissen vertraut zu machen.

Denken Sie  immer daran: der/die PädagogIn hat nicht einen größeren Einfluss als Sie auf Ihr Kind, sondern nur einen anderen.

 

 

Nach der Eingewöhnungszeit…

Wenn Sie sich von Ihrem Kind verabschieden, halten Sie bitte diesen Abschied kurz und ziehten diesen nicht unnötig in die Länge. Sie würden Ihr Kind mit einem solchen Verhalten nur belasten. Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder auf den kurzen Abschied mit weniger Stress reagieren als auf ein „Herummachen um das Kind“.

Sollte sich Ihr Kind auch nach einer Eingewöhnungszeit von bis zu drei Wochen noch nicht von dem/der PädagogIn trösten lassen, sollten Sie prüfen, ob nicht Sie als Eltern das Kind „festhalten“. Wir wissen aus Untersuchungen, dass eine ablehnende Haltung der Eltern gegenüber der KiTa eine Eingewöhnung fast unmöglich machen kann. Ihr Kind nimmt diese Haltung wahr und macht sie zur Grundlage seiner Beurteilung der Situation. Wenn Sie es nicht „freigeben“,  wird es für das Kind sehr schwer, Vertrauen zum/zur  PädagogIn zu fassen. Sprechen Sie  in diesem Fall mit dem/der PädagogIn, der Leitung der Kinderkrippe oder der Krippenpsychologin. Ein Aussprechen der Sorgen oder Vorbehalte hat hier schon Wunder gewirkt.

Die höchste Priorität für uns ist, dass es den Kindern UND den Eltern bei uns – auch in der vielleicht schwierigen Anfangsphase – gut geht!

Liebe Eltern!

Wir freuen uns sehr auf Ihre Kinder und Sie. Herzlich Willkommen in der Kinderkrippe „Biene Maja“!